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Sherry - nicht nur für Omas

3. Juli 2015

Einige erinnern sich vielleicht daran, ich hatte bei einem Event, das Zorra zusammen mit Oryza veranstaltet hat, eine Reise nach Andalusien zum Cooking Cup Finale gewonnen. Hier noch mal ein Danke an Oryza, es war ganz wunderbar.

Hinweis: Die Fotos sind alle mit dem Handy aufgenommen, deshalb nicht immer die beste Qualität.

Hola Andalucia

Anfang Juni war es soweit und wir machten uns auf den Weg nach Spanien. Wir hatten eine wirklich tolle Woche, haben wunderbare Menschen kennen gelernt, ich habe Zorra wieder gesehen, hatten überwiegend schönes Wetter und leckeres Essen. Das Cooking Cup Finale war sehr interessant. Man konnte die Köche* während des Kochens beobachten, die unterschiedlichen Arbeitsweisen wahrnehmen und anschließend die Ergebnisse* sehen und teilweise probieren.



Als wäre der gewonnene Urlaub* nicht schon genug, gab es vom Fremdenverkehrsamt Andalusien noch einen oben drauf! Wer wollte, konnte jeden Tag an einem Ausflug teilnehmen. Das Programm war vielfältig, von Stadtbesichtigungen* mit Markt- und Hafenbesuchen*, einem Bootausflug bei dem wir Delphine* und einen Pottwal* gesehen haben oder gar dem schönem Tag mit Sherry-Tastings - ein Wahnsinn! Dazu hatten wir mit Juan einen wirklich großartigen Reiseführer.

Und warum ich Euch davon berichte? Ich bin auf den Geschmack gekommen - beim Sherry-Tasting und möchte Euch davon erzählen.

Sherry - entdecke die Möglichkeiten

Viele denken bei Sherry an das süße Stöffchen, dass sich Oma gerne mal genehmigt, dabei gibt es so viel mehr! Sherry ist nicht nur in der bekannten süßen Variante erhältlich, auch trockene Sorten sind auf dem Markt zu bekommen. 

Erstmal sei erklärt, dass es sich bei Sherry um Wein handelt. Er wird einem speziellen Reifeprozess unterzogen und später zum Likörwein. Das Wort Sherry rührt vom maurischen Namen Sherish her, die Bezeichnung für den heutigen Ort Jerez de la Frontera.

Sherry kommt aus einer Region in Andalusien. Fast alle Sherrys werden zunächst aus einem trockenen Weißwein der Palomino-Traube hergestellt, einige reifen dann mit zusätzlichem Alkohol versetzt und Luft im Fass. Dadurch bildet sich Florhefe, die den Zucker des Weines fast vollständig vergärt. Der entstanden Sherry ist ein Fino. Alternativ wird bei der anderen Variante, dem Oloroso, soviel Alkohol zugefügt, dass sich keine Florhefe bilden kann. Der Kellermeister entscheidet, welches Verfahren für die jeweiligen Weine angewendet wird.

Eine Ausnahme bildet Pedro Ximenez. Für ihn werden die Trauben auf Bastmatten in der Sonne getrocknet und erst dann gepresst und zu Wein gekeltert. Dadurch ist der Wein stark konzentriert und die Weinhefe wandelt nicht den gesamten Zucker um.

Sherrys bestehen immer aus einer Mischung verschiedener Reifungen. Die Mischung muss aus mindestens 3 Jahrgängen bestehen, kann aber auch aus zehn und mehr sein. Die Qualität und der Geschmack bleiben dabei stets gleich. Einen Jahrgangs-Sherry gibt es bedingt dadurch aber nicht.  (Quellen Williams & Humbert, Tradicion, Wikipedia)

Bodega Williams & Humbert

In Jerez de la Frontera sitzt u. a. die Bodega Williams & Humbert, die wir bei unseren ersten Stopp besuchten. Die Geschichte von Williams & Humbert begann vor etwa 130 Jahren. Ursprünglich wurde sie von zwei Engländern gegründet, ist mittlerweile aber in Besitz der spanischen Familie Medina. 


Nach einer kurzen Pferdeshow wurden wir durch das Lager mit Eichenfässern geführt. Hier lagern rund 60.000 ltr Sherry. Wir haben die Unterschiede der Entstehung erklärt bekommen (wie oben beschrieben) und dürften diese anschließend beim Tasting selbst fest stellen.

Das Tasting bestand aus fünf Sorten der Don Zoilo Reihe und einem DrySack Sherry:

- Don Zoilo Mazanilla (ein Fino)
  sehr trocken, Farbe: goldfarben, Zucker: unter 1 g/l
  als Aperitif, zu Fisch, Meerefrüchten und leichten Gerichten

- Don Zoilo Amontillado (aus Fino)
  trocken, Farbe: altgold bis amber, Zucker: 4 g/l
  als Aperitif zu Käse, zu Schinken und Meeresfrüchten

- Don Zoilo Oloroso
  trocken, Farbe: heller Bernstein, Zucker: unter 6 g/l
  als Aperitif zu Käse, zu rotem Fleisch

- DrySack Solera Especial 15 Medium  (Mischverfahren)
  halbtrocken, Farbe: bernsteinfarben, Zucker: 82 g
  als Aperitif, zu Nudelgerichten, zu Eis
 
- Don Zoilo Cream (Verschnitt aus Oloroso & Pedro Ximenez)
   lieblich, Farbe: mahagonifarben, Zucker: 132 g/l
   zu jeder Art von Desserts, kann auch ohne Speisen getrunken werden

- Don Zoilo Pedro Ximenez
  süß, Farbe: fast schwarz, Zucker: 380 g/l
  für Desserts und Zwischenmahlzeiten am Nachmittag


Ich persönlich bin ja, wie Ihr sicherlich ahnt, ein Freund von Süßem, auch bei Wein. So haben mir der Cream und der Pedro Ximenez mit am besten geschmeckt.

Zum Kochen sind diese Sorten allerdings weniger geeignet. Dafür greife ich zum Don Zoilo Oloroso, der als Begrüßungsgeschenk im Zimmer auf uns wartete und bin sehr zufrieden mit dieser Wahl. Ihn hatte ich auch für die Albondigas con Salsa verwendet.


Nach dem Aufenthalt bei Williams & Humbert ging es direkt weiter zum nächsten Sherry-Tasting. Diesmal stoppten wir bei der Bodega Tradicition, ebenfalls in Jerez de la Frontera.

 

Bodega Tradicion

Die Bodega Tradicion ist eine Weinkellerei die 1998 gegründet wurde. Man besinnt sich hier auf die Rückkehr zu traditionellen Stilen und Prozessen bei der Herstellung der Sherrys. Passend dazu sanierte man ein altes Sherry Lagerhaus und besorgte Fässer aus amerikanischer Eiche.



Die Weine zur Sherryherstellung werden hier nicht selbst keltert, sondern zugekauft. Erzeugt wird ein Sherry, der ungefiltert, ohne Zusatz von Stabilisatoren, Süßstoffen oder Sulfiten ist. Die Sherrys sind mindestens 20 Jahre alt, teilweise auch 30 Jahre und deutlich älter. Vieles ist hier noch richtige Handarbeit.





Neben dem Sherry, kann man in der Bodega noch eine Kunstsammlung besichtigen.

Zum Tasting gab es

- Tradicion Fino
  sehr trocken mit wenig Säure, limitierte Auflage von 3000 St. in 2014
  zu Oliven, gesalzenen Köstlichkeiten, Fisch und Muscheln

- Tradicion Amontillado
  trocken, limitierte Auflage von 3600 St. in 2014, Durchschnittsalter: 45 Jahre
  zu Nüssen, Schalentieren, würzigem-reifem Käse

- Tradicion Pedro Ximenez
  süß, limitierte Auflage von 3900 St. in 2014, Durchschnittsalter: 22 Jahre
  zu Schokolade, Vanille-Eis, Blauschimmelkäse






Die beiden Tastings zeigten mir, dass Sherry unglaublich vielfältig ist und in vielen Varianten zu erhalten, so dass für jeden sicherlich etwas passendes dabei ist.


Wie unterscheiden sich nun die zwei besuchten Bodegas?

Die beiden Bodegas produzieren auf unterschiedliche Weise. Williams & Humbert produziert Sherry für die Massen. Das ist nicht abwertend gemeint, der Sherry war wirklich gut. Ihr könnte ihn meistens ohne Probleme über Euren Weinhändler beziehen und teilweise auch in sehr gut sortierten Supermärkten. Die Flaschenanzahl ist nicht begrenzt. Der Preis für eine Flasche Pedro Ximenez beginnt bei etwa 10,00 €.

Ein Pedro Ximenez der Bodega Tradicion kostet 60,00 €. Er ist teurer, da er u. a. älter ist und Zeit kostet Geld, wie wir alle wissen. Dazu kommt die Handarbeit und limitierte Auflage, auch das beeinflusst den Preis. Dadurch ist er nicht im normalen Handel erhältlich. Vereinzelt kann man ihn über den Weinhändler beziehen, ansonsten nur direkt in der Bodega bestellen. Hier wird für Kenner und Liebhaber produziert.





Ich hoffe, ich konnte Euch den Sherry etwas näher bringen. Hier wird er auf alle Fälle künftig öfter zum Einsatz kommen, sei es beim Kochen oder als Getränke zum Essen.



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Einfaches kann so gut sein - Express-Streuselkuchen

1. Juli 2015

Beim Bäcker und auch bei Oma gab es früher oft Streuselkuchen, mal mit, mal ohne Obst. Ich liebe Streuselkuchen! Nicht immer habe ich aber Lust auf Hefeteig. Um so mehr war ich angetan, als ich im Buch Sally's Baking Addiction auf eine Variante ohne Hefeteig gestossen bin.

Ohne Hefeteig!

Hier wird zu einem einfach Rührkuchen gegriffen, dann kommt Obst darauf und abschließend die Streusel - ein Träumchen! Der Kuchen ist ratzfatz fertig und schmeckt wirklich ganz wunderbar. Der Teig ist schon saftig-flauschig, ein schöner Kontrast zu den knusprigen Streuseln.

Und der Kuchen ist etwas für jede Jahreszeit! Ich habe diesmal zu Kirschen und Erdbeeren gegriffen, aber auch mit anderem Obst, wie Äpfel, Pflaumen oder Aprikosen schmeckt er sehr gut.

Noch ein paar Tipps

Je nach Obst kann man die Streusel ganz wunderbar mit gehackten oder gehobelten Nüssen bzw. Mandeln ergänzen.

Und Ihr habt alle Zutaten im Haus, aber kein frisches Obst? Der Kuchen schmeckt auch ohne sehr gut oder ihr streicht etwas Marmelade auf den Teig, bevor die Streusel darauf kommen. Schmeckt großartig. 


Einfacher Streuselkuchen mit/ohne Obst

Zutaten für den Kuchen:
60 gr Butter, weich
100 gr Zucker, weiß
2 TL Vanilleextrakt
0,5 TL Mandelextrakt (alternativ: 1 EL Nuss-/Mandellikör)
1 Ei
120 ml Milch
Prise Salz
190 gr Weizenmehl, Typ 405 (ich: Dinkelmehl, Typ 630)
2 TL Backpulver
Obst nach Bedarf oder ohne

Zutaten für die Streusel:
95 gr Weizenmehl, Typ 405 (ich: Dinkelmehl, Typ 630)
40 gr Muscovado, alternativ brauner Zucker
40 Zucker, weiß
60 gr Butter, weich
1 TL Zimt


Zubereitung:
Den Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine Springform mit Ø 26cm oder eine Kastenform (Browniepan) 23x23cm einfetten

Das Obst waschen, putzen, evtl. Kerne entfernen. Für den Teig Zucker und Butter verrühren, dann die Extrakte und das Ei zufügen und unterrühren, anschließend die Milch. Jetzt Mehl, Backpulver und Salz und verrühren. Den Teig in der Form verteilen und das Obst darauf verteilen, leicht andrücken.

Alle Zutaten für die Streusel miteinander vermengen/kneten und über das Obst streuseln.

Den Kuchen in den Ofen geben und für etwa 40 min. backen, Stäbchenprobe machen. Evtl. den Kuchen nach 25 min. abdecken, damit er nicht zu dunkel wird. Dann herausnehmen und abkühlen lassen. Wer möchte kann noch etwas Puderzucker oder Zitronenguss darüber geben.


Lasst es Euch schmecken!

Variante mit Marmelade und Mandelblättchen






 
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Synchronbacken - die nächste Runde steht vor der Tür

30. Juni 2015

Eilmeldung!

Es wird mal wieder Zeit! Bereits 2x haben wir dieses Jahr gemeinsam synchron gebacken und laden nun zur 3. Runde ein. 

Egal ob Anfänger oder Profi, wir freuen uns über alle, die an der Aktion teilnehmen. Es handelt sich hier nicht um einen Wettbewerb, sondern einfach um ein gleichzeitiges, gemeinsames backen. Wir tauschen uns live über die Social Media Kanäle (FB, G+, Twitter, Instagram, etc) mit dem Hashtag #synchronbacken aus und können so untereinander verfolgen, wie es bei den anderen aussieht. Und auch ohne Social Media könnt Ihr gerne teilnehmen.

Am Montag folgt dann ein abschließender Post, in unseren und gerne auch Euren Blogs.

Das Rezept teilen wir Euch noch rechtzeitig mit, doch wichtiger ist - merkt Euch das Wochenende vom 08.08/09.08.2015 vor.

Wer noch Fragen zur Aktion hat, kann diese gerne im Kommentar hinterlassen oder sich bei Zorra vom Kochtopf oder mir per Email melden.



Das gab es bisher (mit einem Klick auf das Bild kommt Ihr zum Post):




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