blogroll

Not macht erfinderisch - hessischer Sauerbraten

27. Januar 2016

Habe ich das eigentlich schon gesagt? Der Italiener ist ja nur ein halber Italiener! Und bei so manchen Dingen kommt der deutsche Anteil doch durch (leider nicht bei der Pünktlichkeit).

Kein rheinischer, sondern hessischer Sauerbraten

Er liebt schon immer Sauerbraten und zwar in allen Varianten - wohl der deutsche Anteil. Als wir vor Jahren (sogar vor über einem Jahrzent) zusammen gezogen sind, hatte ich immer einer klassische Variante zugebereiten, mit einem Sud aus Wasser und Essig. Irgendwann hatte ich dann mal die Variante mit Rotwein und Essig versucht, die auch punkten konnte.

Sauerbraten, hessische Art

Dann kam der Tag, an dem ich das Fleisch gekauft hatte und zuhause feststellen musste, dass kein Rotwein und nicht mehr genügen Essig im Haus war. Also zum Apfelwein gegriffen und was soll ich sagen - ein tolles Ergebnis. Seitdem wird der Sauerbraten* oft in der hessischen Variante zubereitet.




Ausnahmen bestätigen die Regel

Und ja, da ist ausser Klössen keine weitere Beilage auf dem Teller. Normalerweise gibt es bei uns immer Gemüse oder Salat zum Essen, aber bei Sauerbraten besteht der Italiener auf eine Ausnahme, da dreht sich alles um das Fleisch und die Sauce.

TIPP:
Wenn der Apfelwein sehr mild ist, gebe ich gerne noch etwas Apfelessig beim Abschmecken zur Sauce oder auch mal einen Tropfen guten Balsamico, zum Ausgleich im deutsch-italienischen Haushalt.


Hessischer Sauerbraten

hessischer Sauerbratenreicht für: 6-8 Portionen
der Klassiker in hessischer Variante mit Apfelwein

 

 

 

Zutaten

  • 750 ml Apfelwein (alternativ: 500 ml Apfelsaft & 250 ml Apfelessig)
  • 2 Karotte
  • 1 Petersilienwurzel
  • 100 gr Sellerie
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 Zitrone, unbehandelt
  • 3 Lorbeerblätter
  • 6 Nelken
  • 1 kg Rinderschulter
  • 2 EL Öl, neutral
  • Salz & Pfeffer
  • 50 gr Saucenlebkuchen oder Pumpernickel
  • Schuss Sahne, nach Bedarf
  • 1-2 EL Honig, nach Bedarf

 

Zubereitung

  1. Karotten, Petersilienwurzel, Sellerie und Lauch waschen, bei Bedarf schälen und in Würfel bzw. Scheiben schneiden. Die Zitrone waschen und in Scheiben schneiden, die Scheiben mit den Nelken bestecken.
  2. In einen großen, verschließbaren Behälter nun Apfelwein (alternativ Apfelsaft & Apfelessig), Fleisch, Gemüse, Zitronenscheiben und Lorbeerblätter geben. Verschließen und für 3 Tage im Kühlschrank ziehen lassen.
  3. Das Fleisch nun aus der Marinade nehmen, rundum abtupfen und anschließend salzen und pfeffern. Das Gemüse mit einem Schöpflöffel herausnehmen, zur Seite stellen. In einem großen Topf oder Bräter das Öl erhitzen und das Fleisch rundum anbraten. Nun das Gemüse zufügen und einige Minuten mit anbraten. Dann die Marinade zufügen, den Topf mit dem Deckel verschließen und alles bei kleiner Hitze für etwa 2,5 - 3 Std. schmoren lassen, dabei nach der Hälfte der Zeit einmal wenden.
  4. Dem Saucenlebkuchen bzw. Pumpernickel zerbröseln und etwa 30 min. vor Ende der Garzeit in den Topf geben.
  5. Wenn die Garzeit um ist, das Fleisch herausnehmen und warm halten. Die Lorbeerblätter und Zitronenscheiben aus den Topf holen und den Rest zu einer Sauce pürieren. Mit Sahne, Honig sowie Salz & Pfeffer abschmecken. Das Fleisch aufschneiden und mit der Sauce servieren. Dazu passen Kartoffeln, Kartoffelklösse oder auch Kartoffelbrei.
Sauerbraten, hessische Art

Hinweis:
Links mit * gehen zu Bildern auf meinem Instagram-Account. Ihr benötigt keinen eigenen Account, um die Bilder zu sehen! Einfach anklicken und anschauen.

.

Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebe Sandra,
    oh, das klingt gut! Wir lieben Sauerbraten auch beide, und das ist echt eine Alternative zum Einlegen. Werd ich mal ausprobieren!
    Danke für das Rezept dazu :O)
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen und glücklichen Tag !
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Freut mich, dass Dir das Rezept gefällt :)
      Dir auch einen wunderschönen Tag ♥

      Löschen
  2. Liebe Sandra,
    Sauerbraten so ist mir neu und das sieht so köstlich aus, dass ich unbedingt den Ebbelwoi mit einem guten Stück Rindfleisch bekannt mache. Super Idee und danke fürs Rezept.
    Liebe Grüße
    Ingrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gerne doch. Als Hesse war das ja die naheliegenste Lösung ;)

      Löschen
  3. Da fällt mir ein - ich habe noch nie Sauerbraten gemacht. Asche auf mein Haupt. Aber ich habe auch keinen halben Italiener im Haus, sondern einen halben Düsseldorfer. Da wäre dann wohl die Variante mit Rosinen fällig....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, da kommt nur der rheinische Sauerbraten in Frage :)
      Und unbedingt mal machen. Ich war früher nie Fan von Sauerbraten, aber mittlerweile...

      Löschen
  4. Sauerbraten, da sagst du was. Steht seit ich den Blog habe, auf der "Liste". Deine hessische Variante gefällt mir sehr und hey, es ist doch genug Gemüse in der Sauce. ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, da ist Gemüse in der Sauce - Gott sei Dank, da haben wir das ja auch...
      Und den Sauerbraten nicht länger schieben, der ist so gut!

      Löschen
  5. Super, Sauerbraten, also das ist ja mal was Feines,
    muss ich leider den anderen anschließen - noch nie gemacht und steht auch auf meiner Liste, leider ein bisschen weiter unten aber Dank deinem tollen Rezept und so leckeren Bildern ist das Rezept gerade ein paar Zeilen nach oben gerutscht.

    lg netzchen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau! Schieb den gleich mal ein Stück nach oben, lohnt sich wirklich ;)

      Löschen
  6. Deinen Äppelwoi habe ich damals mehr als genossen! Irgendwo habe ich dann sogar noch so eine Falsche gefunden und sofort gekauft, den heben wir uns auf für einen besonderen Moment. Wobei ich mich frage, ob der Moment nicht gekommen ist, wenn ich deinen Braten so sehe!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich würde sagen, für den Braten könnte man so ein Fläschen opfern! :)

      Löschen
  7. Sauerbraten essen wir auch sehr gerne, allerdings in der Regel in Buttermilch eingelegt. Mein Sohn mag auch den in Essig eingelegt...ist eben sehr sauer. Die Varianten mit Rotwein oder mit Apfelwein bzw. Apfelessig kenne ich nicht, hörst sich aber interessant an.

    Lieben Gruß
    Dagmar

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mit Buttermilch kannte ich das bisher noch nicht, muss ich auch mal probieren :D Danke für den Tipp!

      Löschen
  8. Ich liebe klassische Rezepte :)
    Dein Sauerbraten sieht unheimlich köstlich aus!

    Viele Grüße,
    -Swetlana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieben Dank! Und ja, auch wenn ich mich gerne durch die Welt probieren - ein paar Klassiker aus der deutschen Küche dürfen nicht fehlen :D

      Löschen
  9. Der sieht aber gut aus :-) und im Gegensatz zu den meisten Pfälzern mag ich auch mal einen Apfelwein :D und diese Sauerbratenvariante hört sich ja äußerst testenswert an!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Dir! Selbst als Hesse bin ich jetzt nicht der allergrößte Apfelwein-Trinker, aber der Sauerbraten... *seufz*

      Löschen
  10. Oh der macht echt was her - ich hab noch nie selber Sauerbraten gemacht, aber das klingt ja schonmal nicht schlecht :)

    Ganz liebe Grüße
    ELsa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Musst Du mal nachholen, ist wirklich eine feine Sache :D

      Löschen
  11. Sauerbraten, der schwäbische ist ja richtig sauer, die mittleren Varianten hab ich noch nicht getestet- und wüßte auch nicht wo ich hier einen Saucenkuchen herkriege. Probieren würd ich das schonmal gerne...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Statt Saucenkuchen tut es auch etwas Pumpernickel. Nehme ich sonst auch, den Saucenkuchen haben wir auch nur zur Weihnachtszeit im Haus :D

      Löschen
  12. Haha, wie lustig, dass du dich sogar "entschuldigst", weil kein Gemüse am Teller liegt ;-)))
    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Gemüse oder Salat gehört schon zu jedem Essen. Zumindest bei uns ;)

      Löschen

Es gibt Dinge die man nicht kaufen kann, wie einen Kommentar der von Herzen kommt. Ich möchte DANKE sagen, dass Du Dir die Zeit dafür nimmst ♥

Hinweis: Kommentare die Links zu kommerziellen Webseiten enthalten, die in keinerlei Bezug zum Post stehen, werden gelöscht! Dieser Blog ist keine kostenlose Werbeplattform.