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Wir retten: traditionelles Weihnachtsgebäck

14. Dezember 2014

Wir retten - traditionelles Weihnachtsgebäck

Ein kleine, aber feine Facebook-Gruppe versucht Traditionen aufrecht zu erhalten und rettet mehrmals im Jahr - von Liptauer über Butterkuchen bis zu den Knödel. Wobei - so klein ist die Gruppe mittlerweile nicht mehr. Sinn und Zweck des ganzen ist es, an Gerichte und Zubereitungsarten zu erinnern. Viel zu oft greift man im Supermarkt zu Fertigprodukten, die man doch auch zu hause selbst zubereiten kann. 

Auf die Idee für die heutige Rettungsaktion brachte mich eine Leserin. Mich erreichte Mitte November eine Email, gesucht wurde nach traditionellem Weihnachtsgebäck. Viel habe ich davon bisher noch nicht verbloggt. Es ist nicht so, dass es bei uns nicht gebacken wird, aber interessanter fand ich für den Blog immer die Neuentdeckungen. 

Während ich mir Gedanken über traditionelles Weihnachtsgebäck machte, war mir schnell klar - eigentlich eine gute Aktion für die "Wir retten"-Gruppe. Sicherlich greifen genug Menschen zu den Fertigteigen im Kühlregal, dabei kann es so einfach sein, leckere Plätzchen selbst zu backen.


Was ist traditionelles Weihnachtsgebäck?

Eine schwierige Frage, die sicherlich regional immer anders beantwortet wird. So haben wir hier in Hessen z. B. unsere Bethmännchen. Laut Wikipedia sind Springerle, Spekulatius, Kipferl und Spritzgebäck, aber auch Zimtsterne, Makronen, Pfeffernüsse und Anisplätzchen Klassiker. Da wir nicht nur von Plätzchen reden, sondern auch Gebäck, wollen wir Lebkuchen, Stollen und Früchtebrot nicht vergessen.


Die eigenen und neue Traditionen

Wir hatten zu hause Klassiker die meine Oma immer gebacken hat. Von klein auf dürfte ich helfen und habe auch alle Rezepte der Köstlichkeiten. Neben Kokos- und Haselnussmakronen gab es immer Vanillekipferl, Spritzgebäck (aus dem großen, schweren Fleischwolf), Schwarz-Weiß-Gebäck und auch Schoko-Crossis.

An Spitzbuben kann ich mich nicht wirklich erinnern, aber man schafft ja auch neue Traditionen oder nimmt die des Partners mit auf. So stehen bei uns an oberster Stelle für die Weihnachtsbäckerei die Spitzbuben - seine Lieblingsplätzchen. Da seine Oma kein Rezept hinterlassen hat, habe ich viele Rezepte ausprobiert und das heutige ist für ihn das beste.

Und ich habe es noch nie verraten, also *psst* - es ist das Rezept des Spritzgebäcks meiner Oma. Ich hatte es, als ich zu hause ausgezogen war und noch kein Fleischwolf hatte, als Buttergebäck gebacken und es kam überall gut an. Nach einigen Versuchen mit verschiedenen Rezepten für Spitzbuben, griff ich zu diesem Rezept und bekam sofort die Rückmeldung - das ist es - einfach wunderbar. Nicht mehr ändern! Zustand einfrieren!

Das Rezept stammt aus dem Buch Backvergnüngen wie noch nie. Die Ausgabe zu hause, die auch meine Oma für die Weihnachtsbäckerei nutze, ist eine der ersten Auflagen von Ende der 70ziger Jahre. Eines der ersten Backbücher, die meine Mutter am Anfang der Ehe kaufte. Meine Ausgabe stammt von Mitte der 80ziger, ist aber bis auf einige Fotos ziemlich gleich.


Und jetzt ran - an die Weihnachtsbäckerei! 

Spitzbuben


Spitzbuben


Zutaten:
375 gr Weizenmehl, Typ 405
250 gr Butter, kalt
125 gr Zucker
1 Pa. Vanillezucker (ich: Mark einer ½ Schote)
Schalenabrieb von ½ Zitrone
5 Eigelb

Mehl zum Ausrollen
Marmelade nach Wunsch zum Füllen
evtl. Puderzucker zum Bestäuben


Zubereitung:
Alle Zutaten zu einem Teig verkneten und diesen für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank geben.

Den Ofen auf 175°C Umluft vorheizen und 2 Backbleche mit Backpapier belegen. Die Arbeitsfläche leicht mehlen, Nudelholz und Ausstecher bereit legen und den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Den Teig nun portionsweise ausrollen. Dabei darauf achten, dass man die gleiche Anzahl Ober- und Unterteile hat. Die Unterteile rolle ich immer etwas dünner aus, die Oberteile etwas dicker. So kann man mehr Marmelade hineinfüllen. Die Plätzchen nacheinander im Ofen für etwa 10 min. backen, bis sie gerade goldbraun am Rand werden, herausnehmen und abkühlen lassen.

In einem kleinen Topf die Marmelade erhitzen, mit einem Teelöffel einen kleinen Klecks auf ein Unterteil geben, das Oberteil darauf setzen. So mit allen Plätzchen verfahren. Eventuell die Marmelade nochmals kurz erwärmen, dann die Plätzchen mit Marmelade auffüllen. Man kann auch direkt einen großen Klecks Marmelade auf das Unterteil geben, das Oberteil aufsetzten, aber vorsichtig, damit nicht so viel an den Seiten rausquilt.

Bei Bedarf anschließend noch mit Puderzucker bestäuben.

Spitzbuben

Viel Spaß beim Backen und lasst es Euch schmecken!


german christmas cookies










Traditionelles Weihnachtsgebäck findet Ihr heute auch bei:
Rike von genial lecker
Sina von giftigeblonde
Susi, die Turbohausfrau
Anikó von Paprika meets Kardamom 
Zorra vom Kochtopf 
Hardy, der Genussjäger
Andrea von our food creations
Friederike vom Fliederbaum
Katja von Hoetus Poetus
Janke von Jankes Soulfood
Kerstin von Verboten gut
Irene von der Widmatt
Der Winzer und die Kärntnerin 
Karin von Conjas Eck 




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Kommentare:

  1. Schöne Idee :-) aber irgendwie an mir vorbeigegangen, meine Spekulatius hätte auch wunderbar gepasst :-D
    Bei diesen Fertigteigen im Kühlregal krieg ich immer die Krise. Zumal die Hauptarbeit bei den Plätzchen ja ausstechen, formen etc. ist, der Teig ist doch schnell zusammengerührt??
    Schönen Sonntag liebe Sandra!

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    1. Schön, dass Du jetzt mit dabei bist :D
      Ich finde auch, dass man Plätzchen so schnell selbst machen kann, wer braucht da den Fertigteig... Ich hoffe, Du hattest auch einen schönen Sonntag!

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  2. diese dekorativen Kekse sind ja immer ein Highlight der Weihnachtsbäckerei und deine schmecken sicher ganz ganz fein mit Zitrone und vielen Eiern drin!
    Und ich schließe mich Britta an mit den Fertigteigen, für mich ist immer das Ausrollen auf der Arbeitsplatte die unangenehmste Arbeit, der teig ist noch das Einfachste...
    lg

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    1. Danke Dir! Sie sind etwas aufwändig, aber das hübsche Aussehen entschädigt dann. Und ja, ich schließe mich da Euch an. Das Ausrollen und Ausstechen ist für mich auch immer die "schlimmste" Arbeit...

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  3. Wieder nix mitgerettet- schade! Dafür lese ich heute mit Genuß! Und dieses Backbuch birgt einiges an Schätzen..

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    1. Ein Backbuch-Schätzchen? Klingt großartig! Und im Gegenteil zu mir, hast Du ja schon vor kurzem Knödel gerettet :D

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  4. Und ich weiß ja nun, wie gut diese Spitzbuben schmecken.
    Die wird es nach Weihnachten bei uns in Froschform geben. Danke auch hier noch einmal für Kekse und Froschform und überhaupt alles!

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    1. Stimmt, da waren welche im Päcklein :)
      Die Froschform sah einfach zu schön aus, ich konnte nicht widerstehen...

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  5. Wenn ich mir das so alles durchlese....da lauern eine Menge köstlicher Kalorien. Aber es wird mir auch klar, anscheinend habe ich die falschen Dinge gerettet. Irgendwie habe ich das anders verstanden. Anfänger halt und Mann noch dazu, ts ts ts. Meine Auswahl waren eher Exoten und keine traditionellen Weihnachtsgebäcke. Man möge mir verzeihen. Danke für die Aktion, das hat mir Spaß gemacht.

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    1. Wer achtet den in der Weihnachtszeit auf Kalorien? Also bitte ;)
      Ich geh gleich mal schauen, was es bei Dir gibt. Aber wir sind sehr flexibel beim Retten *g*

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  6. Spitzbuben :-) Die mag ich total gerne, aber esse sie immer woanders....die Ausrollerei und Zusammensetzerei...seufz....

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    1. Ich mache das auf Etappen :) An einem Tag den Teig, am nächsten Ausrollen und Backen und am dritten das Zusammensetzen. Geht so wunderbar unter der Woche nach der Arbeit.

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  7. sehr schön schauen sie aus, deine spitzbuben.
    der von dir angesprochene buch-klassiker steht bei mir auch im bücherregeal! ;-)

    lg jüf
    (der, der bei der sina, der giftigen blonden mitbloggt und auch bei der turbohausfrau ab und zu gastbloggt)

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    1. Danke Jüf! Ich liebe dieses Buch, nicht nur wegen der Kindheitserinnerungen...

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  8. Ihr habt vollkommen Recht, meistens gibt es soooo viele unterschiedliche neue Kekssorten, dass die alten gar nicht mehr gebacken werden. Dabei sind Spitzbuben himmlisch gut. Ich klick mich jetzt mal durch die anderen köstlichen Rettungsaktionen ;)
    Liebe Grüße, Mia

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    1. Ich probiere ja auch immer gerne neue Plätzchenrezepte aus, aber so 3-4 Klassiker mussen trotzdem immer sein :)

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  9. Deine Spitzbuben sehen absolut perfekt aus! Hammer. Und das Gitter kommt mir irgendwie bekann vor. ;-)
    Und danke noch einmal für das Care-Paket, ich bin noch immer nicht zum Keksebacken gekommen und das wird wohl auch nix mehr - denn Fertigteige werden nie ins Haus H. einziehen.

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    1. Das Gitter? Ich weiß *g*
      Ein paar Plätzchen habt ihr ja, ich hoffe, sie sind heil angekommen... Und dann halt im nächsten Jahr. So schön das mit der Weihnachtsbäckerei ist - es gibt wichtigeres im Leben :)

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  10. Die sehen richtig zart aus... so schön hell gebacken ♥
    Lecker!!!! Spitzbuben kommen bei mir gleich nach den Engelsaugen und gehören definitiv auf den Plätzchenteller an Heiligabend.
    Hab einen schönen dritten Advent
    Liebe Grüße Janke

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    1. Ich stehe auch bei Plätzchen auf die Vornehme-Blässe ;) Zumindest bei manchen Sorten.
      Engelsaugen habe ich total vergessen. Schau ich gleich mal bei Dir vorbei, vielleicht backe ich die noch... Dir einen schöne Woche!

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  11. Zum Anbeißen lecker sehen Deine Spitzbuben aus. Sollte ich auch mal wieder machen - oder Spritzgebäck. Da ist Dein Rezept ganz schön praktisch, weil so vielseitig.... kommt definitiv auf die Nachbackliste für 2015

    LG Andrea

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    1. Lieben Dank Andrea! Als Spritzgebäck-Junkie kann ich Dir nur dazu raten. Es gibt so viele tolle Sorten... Und man spart sich das Ausrollen und Ausstechen vom Teig.

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  12. Noch so wunderbare Spitzbuben, wobei ich immer Linzer Augen dazu sage,..
    Ich steche meinen Linzer bzw. Spitzbuben Teig seit Jahren aus, weil ich mit Spritzdingern egal welcher Art überhaupt nicht zurechtkomme.

    Wie gut, dass du zu dieser genialen Rettungsaktion aufgerufen hast.

    lg. Sina

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    1. Ich glaube, Linzer sind mit Nüssen im Teig, oder?
      Eigentlich egal, würde er jetzt sagen, Hauptsache mit Marmelade ;)

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  13. .... ja, ich schließe mich an: toll sehen sie aus die Bübchen ;)

    Zauberhafte Grüße... Katja

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  14. Liebe sandra,
    oh ja, Spitzbuben, die hat meine Mama auch wieder gebacken :O) ( Sind heute im post auf dem Bild zu sehen, und andere Plätzchen ;O) ...)
    Ich wünsch Dir einen wunderschönen Tag und einen guten Start in die 4. Adventswoche!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Ich schaue gleich mal vorbei :)
      Dir auch einen schönen Tag und eine noch bessere Woche ♥

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  15. Man sieht, dass sie mit Liebe gemacht wurden! Schick mir bitte eins oder auch zwei zum Probieren rüber. ;-)

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    1. Hier wird doch alles mit Liebe gemacht ;)
      Und ich würde gerne welche schicken, auch mehr als zwei!

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  16. Die sehen ja toll aus! Genau sowas schwebt mir für den Endspurt in der Weihnachtsbäckerei vor. Das Thema ist super - leider hab ich´s mal wieder verpasst. Seit meine Oma uns nicht mehr mit Weihnachtsplätzchen versorgt, habe ich das (im etwas kleineren Stil) übernommen und natürlich gibt es in jedem Jahr auch die traditionellen Plätzchen von Oma. Spritzgebäck darf bei mir auf gar keinen Fall fehlen!

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    1. Ich habe das Amt mittlerweile auch übernommen und backe für die Familie mit :)
      Bei uns gibt es immer eine Mischung aus neuen und traditionellen Plätzchen.

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  17. Spitzbuben kannte ich bis vor Kurzem noch gar nicht, und nun sind mir in letzter Zeit gleich mehrfach begegnet. Ich muss da auch mal ran, die Deinen sehen jedenfalls sehr verführerisch aus :-).

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    1. In manchen Regionen sind Terrassenplätzchen bekannter, vielleicht auch bei Euch. Wir mögen nur die Spitzbuben lieber, da hat man mehr Marmelade :)

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  18. Liebe Sandra, auch hier müssen die Spitzbuben sein. Jedes Jahr zu Weihnachten, aber auch gerne durchs Jahr. Bei mir ist der Teig auch butteriger und weicher als der der Mäiländerli (butterplätzchen) und dadurch mürber und zarter. Mir gefällt dein Bild ausgesprochen gut, mag diese dunklen Hintergründe die den Hauptdarsteller ins allerbeste Licht rücken. Hübsch finde ich auch die verschiedene Füllung, wir haben hier einheitsbrei und dabei sieht das gerade toll aus!
    Ich freue mich auf die neuen rettungsaktionen im nächsten Jahr :)
    alles Liebe und Liebs Grüessli aus der Schweiz
    Irene

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    1. Danke! Der dunkle Hintergrund ist meine Arbeitsplatte von der Küchenzeile, ich bin weg von den vielen wechselnden Hintergründen ;)

      Bei der Marmelade muss ich immer verschiedene Sorten nehmen, ist bei uns die Resteverwertung, teilweise hatte ich schon 3-4 Sorten. Dieses Jahr ist es mit zwei Sorten noch wenig :)

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  19. Allein schon optisch sind die absolut ein Kracher. Bin begeistert!

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  20. Kindheitserinnerung! Die haben wir daheim auch immer gebacken! Sehen zum Reinbeißen aus! Frohe Weihnachten und schöne freie Tage!

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